Jonas Blog

1984

Veröffentlicht in Deutsch, Religion by jonas234 am Januar 21st, 2008

Dieser Text entstand als Klausurersatz für eine Religionsklausur zum Thema Utopie. Es behandelt sowohl George Orwell als auch den Inhalt des Buches. Die Utopie ist mit Anregungen zur Aktualität und mit Parallelen zu George Orwells Leben geprägt

George Orwells Leben

George Orwell wurde 1903 in Indien geboren und ist 1950 in London gestorben. Durch sein Buch “Farm der Tiere” wurde er 1984 weltberühmt. Heute zählt er durch sein Gesamtwerk zu den bedeutendsten Schriftstellern in der englischen Sprache. 1904 wanderte seine Mutter mit ihm und seiner älteren Schwester nach England aus, da sein Vater ein englischer Kolonialbeamter war und die Opiumernte überwachte blieb dieser in Indien. 1907 besuchter der Vater die Familie in England, fuhr jedoch nach seinen dreimonatigen Besuch zurück. Im Alter von 6-8 Jahren besuchte Orwell die anglikanische Kirchenschule. Durch eine Empfehlung der Schule lernte er an der St. Cyprians Vorbereitungsschule, einem Internat für die britische Oberschicht, weiter. Dank seiner Leistungen an dieser Schule mussten seine Eltern nur die Hälfte des Schulgeldes bezahlen. Er veröffentlichte 1952 einen Aufsatz über seine Schulzeit. Ab 1917 besuchter er das Eton College und lernte dort Cyril Connolly den späteren Herausgeber einer Zeitung kennen, der viele seiner ersten Aufsätze veröffentlichte. Von 1921 bis 1926 arbeitete er als Polizist in Burma, jedoch verließ er die Polizei, da ihm das Vorgehen der Kolonialmacht nicht gefiel. Über diese Zeit veröffentlichte er zwei Aufsätze. 1928 probiert er dann im Paris arbeitet als Englischlehrer zu finden, jedoch arbeitet er aus mangelnden Interesse schnell als Tagelöhner. 1929 kehrt er dann enttäuscht nach England zurück, wo er durch Schreibaufträge für seine Freunde Arbeit findet. Im Jahre 1936 heiratet er Eileen O’Shaughnessy , jedoch war er so arm, dass er sich keine Hochzeitsringe leisten konnte. 1937 nahm er am spanischen Bürgerkrieg teil und wurde dort schwer verletzt, der anschließenden Verfolgung durch Kommunisten entzieht er sich indem er das Land verlässt. Viele seiner Kameraden wurden von diesen gefangen genommen und nie wieder frei gelassen. Nach Beginn des zweiten Weltkrieges arbeitet er vermehrt als Buchkritiker und kriegt auch ein Angebot von BBC Kriegspropaganda zu drehen. Er erhielt dieses Angebot zum einen weil er gegen den Faschismus schrieb und zum andern Aufgrund seiner literarischen Fähigkeiten, bald jedoch kündigte er da er Probleme mit der Zensur hatte. In dieser Zeit sammelte er viele Erfahrungen mit russischer, englischer und deutscher Propaganda. Diese Erfahrung wandte er im Roman 1984 an. Auch die Kantine aus den Buch 1984 soll starke Ähnlichkeit mit der Kantine des BBC haben. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs arbeitete er dann als Kriegsberichterstatter für den Observer und war sowohl in Paris als auch in Deutschland. Der Durchbruch in der literarischen Szene gelang ihm erst 1945 mit seinen Buch “Farm der Tiere” in der er das Scheitern der russischen Revolution durch den Stalinismus beschrieb. Sein bekanntestes Buch jedoch ist “1984”, welches er zwei Jahre nach “Farm der Tiere” veröffentlichte. Dieses Buch hat auf Grund seiner Präsens starke Einflüsse auf spätere Science Fiction Romane. Auch andere Literaturthemen beeinflusste sein Roman allerdings nicht in dem Maße. 1950 stirbt er dann an Tuberkulose.

George Orwell war ein Sozialist und stark gegen den Imperialismus, da er in Burma gesehen hat wie schädlich dieser ist. Eine weitere Prägung war seine finanzielle Not die sein Leben lang anhielt. Er behauptete das ein “demokratische Sozialismus“ die einzige Staatsform sei, die in der Zukunft bestehen könnte. Wichtig für ihm war ein geeintes Europa.

2007 wurden Geheimdienstberichte veröffentlicht, in denen stand das George Orwell von 1929 bis 1941 von dem britischen Geheimdienst überwacht wurde.

Inhalt

Der Roman 1984 wurde 1946 bzw. 1947 von George Orwell geschrieben und behandelt eine negative Utopie. In dieser lebt die Hauptperson in einer Welt die von der Regierung manipuliert wird und in der man ständig überwacht wird.

Winston Smith, der Protagonist des Romans, ist ein Mitglied der äußeren Partei und wird somit überwacht. Denn alle Mitglieder der Partei, das sind ungefähr 15%, werden überwacht. Denn nur deren Meinung ist für die Regierung wichtig und kann was bewirken. Die Überwachung findet durch eine Vielzahl von Techniken statt, so gibt es zum Beispiel Televisoren, eine Art Kamera und Empfangsgerät in einem, so kann man zum Beispiel mit den Apparat Fernseh gucken und Radio hören, jedoch weiß man auch nie, wann einer aus dem Gedankenministerium sich in den Schirm einloggt und die Person, bzw. die Personen, die sich in Sichtweite befinden können überwacht werden. Dieses Gerät lässt sich niemals ausschalten, jedoch kann man auf Grund der Größe diese nicht in den ländlichen Gegenden einsetzen, so findet man dort Mikrofone. Die letzte Möglichkeit zur Überwachung findet sich anhand von Spitzeln, denn jeder Mensch wird dazu angehalten Verbrechen zu melden. Die Hauptperson arbeitet im Ministerium und verändert dort für die Partei Texte, hauptsächlich Zeitungsartikel. Bald jedoch fängt er an gegen das System zu rebellieren, so kauft er sich ein Tagebuch und schreibt seine Gedanken in dieses, dass alleine ist schon verboten, er jedoch geht weiter und schreibt negative Texte über die Partei, beziehungsweise über den “großen Bruder”, welcher der Leiter der Partei und die allgegenwärtige Personifizierung der Partei ist. Während der Zwei-Minuten-Hass Sendung, begegnet er einer Frau, die er für eine Mitarbeiterin des Gedankenministeriums hält. Er jedoch stellt sich während der Hass Sendung vor, wie er sie umbringt, denn er schafft es nicht seinen Hass, den die Sendung hervorruft zu unterbinden, er kann sie nur lenken. Im Laufe der Zeit stellt er jedoch fest, dass sie nicht dort arbeitet und genau wie er gegen die Partei ist. So treffen sie sich um mit einander gegen die Partei zu schlafen. Denn die Partei ist gegen Gefühle und gegen Sexualität. Während sie sich näher kennen lernen verlieben sie sich ineinander, was auch ein Verstoß ist, denn jede Art von Beziehung ist nicht erlaubt, außer der zum “großen Bruder”. Sie vertrauen jedoch auf eine falsche Person. Diese Person ist Mitglied der inneren Partei und behauptet ein Mitglied der “Bruderschaft”, einer Gruppierung die gegen die Partei ist und deren Anführer als Staatsfeind Nummer 1 gilt. Sie werden letztendlich in ihrer Wohnung, die sie sich im Viertel der Proles gemietet haben von der Gedankenpolizei überfallen und gefangen genommen. Unter der Folter verraten sie sich jedoch nicht gegenseitig, was sie sich geschworen haben niemals zu machen, jedoch zerbrechen sie daran fast. So sieht Winston Smith einmal fünf Finger, die von ihm verlangt wurden zu sehen, obwohl nur Vier hochgehalten werden. Da die Partei jedoch mitkriegt, dass Winston Smith immer noch an seiner Freundin hängt muss er die schlimmste Folter die der Partei zur Verfügung ertragen. Diese besteht darin, dass die Person mit seiner schlimmsten Angst konfrontiert wird. Bei Winston Smith sah das so aus, dass er einen Käfig voller Ratten vor das Gesicht geschnallt gekriegt hat und die Luke zu seinem Gesicht geöffnet wurde. Im Hintergrund wurde ihm erzählt was Ratten anrichten können, während dieser Folter verrät er dann seine Freundin, indem er sagt, dass sie ihr diese Qualen antun sollen und nicht ihm, darauf hin wird er freigelassen, jedoch lebt er nicht mehr wirklich und ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Als er seiner ehemaligen Freundin begegnet erzählt er ihr, dass er sie verraten hat und sie, dass sie ihn verraten habe, daraufhin trennen sich ihre Wege.

Orwell’s Ideen für das Buch holte er sich meistens aus der Geschichte. Nur der Name 1984” kam ihm aus anderen Grund in dem Sinne, denn er ist ein Zahlendreher von dem Jahr 1948, welches ein Jahr nach dem Erscheinen des Buches lag. Somit soll der Titel zwar aussagen, dass das Geschehen in der Zukunft liegt, jedoch nicht in allzu Ferner. Die Idee der Überwachung kam ihm wohl durch den “NS Staat”, denn während dieser Zeit gab es eine Überwachung durch die Gestapo wenn auch nicht in dem Ausmaß. Das in der Überwachung Spitzel eine wichtige Rolle spielen, ist auch nicht verwundernswert, denn aus den Akten der Gestapo geht hervor, dass dieses eine der effektivsten Überwachungsmethoden sei. Auch, dass sowohl der “große Bruder”, wie auch Goldstein nicht sicher als reale Personen eingestuft werden können ist auf Grund von ehemaligen Herrschern so gewählt. Denn Sowohl Stalin als auch Hitler waren am Ende ihrer Regierungszeit nur noch Teil der Propaganda und gaben sich dem Volk nicht mehr zu sehen. Somit war auch von denen nicht mehr ganz klar, ob diese noch lebten oder schon tot waren. Seine doch schon abstruse Idee, dass jemand für einen falschen Gesichtsausdruck verurteilt werden kann, hat er sich von einem römischen Kaiser geholt, weil auf dem Marktplatz einer einen unglücklichen Gesichtsausdruck hatte, als er vorbeigekommen war.

 Die Utopie in 1984

Die Utopie aus den Buch „1984“ist nicht positiv, sondern eher negativ, denn hier wird ein Überwachungs- und Präventionsstaat geschildert. Somit versucht der Staat durch eine ständige Überwachung unerwünschtes Verhalten der Bürger schon im Voraus zu bekämpfen.

Diese Überwachung ist möglich, indem es in jedem Raum und teilweise auch in der Stadt einen Televisor gibt, ein Gerät, welches sowohl Sendungen (z.B. Fernsehen oder Musik) ausstrahlen als auch Daten empfangen kann. So kann sich die Gedankenpolizei jederzeit in den Televisor einschalten und die Person zu überwachen. Nach welchen Muster diese Überwachung stattfindet oder ob sie durchgehend stattfindet, weiß keiner.
Ein weiteres Mittel, welches hauptsächlich in ländlicheren Gebieten verwendet wird, sind Mikrofone.
Eine andere Methode der Überwachung ist die Bespitzelung der Menschen untereinander; dieses ist die wirkungsvollste Methode, was durch Akten der Gestapo belegt werden kann. Schon Kinder werden in ihren Jugendvereinen zu Spitzeln erzogen und dazu angehalten, im Ernstfall auch ihre Eltern zu verraten. Auch die Erwachsenen leben in Gemeinschaften, sodass jeder jeden im Blick hat.

Die letzte Methode zur Überwachung sind Hubschrauber, die direkt durch die Fenster der Häuser gucken; diese sind jedoch eher dazu da, das Gefühl der Machtlosigkeit zu verstärken, als für eine wirkliche Kontrolle auszuüben.
Die Überwachung betrifft jedoch nur 15% der Bevölkerung, nämlich die Parteimitglieder; die Proles hingegen werden kaum bis gar nicht bewacht, da ihre Meinung für unwichtig gehalten wird.

Der Herrscher ist eine Person, die nur als “Großer Bruder” vorgestellt wird, und von der man nicht weiß, ob sie fiktiv oder real ist, was an Hitler und Stalin erinnert, denn in den letzten Jahren haben sich Hitler und Stalin vor dem Volk zurückgezogen und waren nur noch Teil der Propaganda. Die Frage, ob der “Große Bruder” tatsächlich real ist, beschäftigt die Hauptpersonen über die ganze Zeit hinweg. Diese Person ist Bewacher und Beschützer gleichzeitig, so ist er zum Beispiel Familienmitglied, da es keine Familien mehr gibt. Genauso ist Liebe und Freundschaft verboten und hat laut der Ideologie des Staates keine Bedeutung mehr

Um einen Gegenpol zu schaffen und ein Feindbild aufzubauen, welches von den inneren Problemen ablenken soll, wurde ein ehemaliges Parteimitglied namens “Goldstein” erfunden. Auch von ihm weiß man jedoch nicht, ob er real ist, doch er wird von der Partei als “Staatsfeind Nummer1″ bezeichnet, da er Führer der “Bruderschaft” ist, einer Gruppe, die gegen die Ideologien des Systems ist. So taucht er auch in der sogenannten Hasswoche auf, welche sich gegen alle Feinde des Staates richtet. Jedoch ist der Feind sehr flexibel, so bekommt während einer Rede der “Hassredner” einen Zettel und ohne anzuhalten oder sich zu versprechen, setzt er seine Rede fort, einziger Unterschied ist, der Feind ist jetzt der andere Staat. Des Weiteren gibt es auch eine kleine Version dieser Hasswoche, nämlich die Zwei-Minuten-Hass Sendung, an der jeder täglich teilnehmen muss und der sich keiner entziehen kann.

Um diesen Feindwechsel zu vollziehen, hat die Regierung die Kontrolle über die Vergangenheit übernommen. So werden alle Dokumente aus der Vergangenheit so umgeschrieben, dass es auf den momentanen politischen und militärischen Zustand passt. Somit soll Gegnern der Regierung nicht ermöglicht werden, Argumente in den historischen Texten gegen diese zu finden. Dieses klappt so gut, dass sich die Bevölkerung nicht einmal mehr daran erinnern kann, dass der Staat schon einmal den Feind gewechselt hat. Falls doch mal jemand Argumente gegen die Partei findet oder der Partei negativ auffällt, wird dieser vaporisiert und ist fortan eine Unperson. Das bedeutet, dass die Person umgebracht, gelegentlich sogar öffentlich erhängt wird und jede Erinnerung an die Person ausgelöscht wird. Sie werden zu Unpersonen, also Personen, die nie existiert haben. Dieses erreichen sie, indem jedes Dokument, in dem eine der Unpersonen erwähnt ist, umgeschrieben wird.

Eine weitere Eigenschaft des Staates ist, dass Krieg Frieden bedeutet. In Orwells Welt gibt es nur noch drei Supermächte, die an ihren Grenzen gerade mal soviel Krieg führen, dass es reicht, um ihre Bevölkerung unter Druck zu setzen. Außerdem rechtfertigen sie mit diesen Kriegen die Armut und bleiben so an der Macht. Die Hauptperson vermutet sogar, dass die eigene Regierung Bomben auf die Armutsviertel abwirft, um das Bewusstsein für den Krieg aufrecht zu erhalten. Dieses folgert sie daraus, dass die Bomben nie in der Nähe von Parteimitgliedern einschlagen, sondern immer in den Vierteln des Proles.

Diese Gutgläubigkeit der Bürger führt zum nächsten Punkt, nämlich dem Zwiedenken. Dieses ist eine zentrale These im Buch. Denn wenn die Partei sagt, dass 2+2 =5 ist, dann stimmt dieses, und es reicht nicht, es nur zu sagen, man muss es glauben. Andererseits sagen manche Parteimitglieder schon, dass es für die Forschung manchmal wichtig ist zu wissen, dass 2+2 = 4 ist. Hier fängt das eigentliche Zwiedenken an; in neueren Versionen auch mit Doppeldenk übersetzt. Denn von den inneren Parteimitgliedern wird verlangt, spontan zwischen zwei Wahrheiten hin und her zu schalten, also zum Beispiel im einen Moment 2+2 = 5 und im nächsten schon auf 2+2 = 4 umzuschalten, was vorher ein Ding der Unmöglichkeit war. Unter der Folter sieht der Protagonist tatsächlich mal die verlangten 5 Finger, obwohl nur 4 gezeigt werden.

Dieser Protagonist wurde gefoltert, weil er ein Verbrechen, ein so genanntes Gedankenverbrechen, begangen hat. Das bedeutet, er hat eine der Doktrinen des Staates in Frage gestellt. Es galt zum Beispiel als Verbrechen, wenn man nicht geglaubt hat, dass der Kriegsgegner immer der Gleiche ist und war. Auch ist es ein Verbrechen, den falschen Gesichtsausdruck zu benutzen, so muss zum Beispiel während der Hasswoche ein hasserfüllter Gesichtsausdruck zu sehen sein, falls nicht, ist es ein Verbrechen.

Eine weitere Neuerung ist die Sprache, die als Neusprech bezeichnet wird. Diese wurde aus politischen Gründen umgeschrieben und die 11. Ausgabe ist während der Handlung in Arbeit. Die Sprache ist in drei Teile gegliedert. Der erste Teil umfasst die Alltagssprache, in der es keine politischen oder ideologischen Bedeutungen geben soll. Der zweite Teil umfasst das Minimum an ideologischen und politischen Wörtern, die unbedingt notwendig sind. Der dritte Teil ist der umfangreichste und beinhaltet alle technischen und wissenschaftlichen Fachbegriffe. Sie dient dazu, den Wortschatz zu minimieren. Während es in der alten Sprache noch für jedes Adjektiv ein Gegenadjektiv gab, wird nun vor das Adjektiv einfach ein “un-” gehängt, so heißt zum Beispiel das Gegenstück zu warm unwarm. Auch Steigerungen wurden abgeschafft, für diese gibt es nur noch Plus und Doppelplus. So lauten die Steigerungen von gut nicht besser und am besten, sondern plusgut und doppelplusgut. Damit die Bedeutung der Ministerien verschwindet, hat man die Namen gekürzt. So heißt zum Beispiel das Ministerium für Wahrheit Miniwahr. Ein weiterer wichtiger Teil der Sprache sind die Verschönigungen der Wörter. So heißen die Folterlager Lustlager, das zuständige Ministerium ist das Ministerium der Liebe und die politischen Gefangenen heißen Gedankenverbrecher. Eine weitere Neuerung ist, dass manche Wörter ihre Bedeutung wechseln, in Abhängigkeit davon, ob man sie für ein Parteimitglied oder für einen Staatsfeind gebraucht. Damit verhindert die Partei, dass in alternativen Systemen gedacht wird. Auf Grund der gewaltigen Arbeit, die durch die Umschreibung sämtlicher Bücher anfällt, wurde die Umstellung auf Neusprech für das Jahr 2050 angesetzt, also gute 70 Jahre nach der Handlung.

Orwell hat außerdem eine eigene Einstellung zur Macht, so bezeichnet er die Macht nicht als Weg, sondern als Ziel. Das Ziel ist, die Persönlichkeit zu zersetzen und eine neue zu erschaffen und den neuen Menschen nach Belieben neu zu konstruieren. So lässt er Smith sagen “Freiheit ist, sagen zu dürfen, dass 2 plus 2 gleich 4 ist.”

Abschlussbetrachtung

A. Zusammenfassung seiner Utopie
B. Bewertung seiner Utopie
1. Bewertung anhand des Romans
2. Aktualität der Utopie, bzw. des Romans
C. Rolle der Technik

Zusammenfassung seiner Utopie

Orwell schreibt eine negative Utopie. Der geschilderte Staat ist sehr autoritär und er sorgt für
eine lückenlose Überwachung. Auch schreckt die Partei nicht davor zurück Menschen
umzubringen nur um seine Machtherrschaft zu sichern. Der letzte Punkt der auffällt ist die ständige Propaganda und die damit einhergehende Kontrolle der Gedanken der Menschen, denn die Partei probiert das denken zu verhindern und so möglichst wenige Leute zu haben, die sich Gedanken über die Partei, beziehungsweise über den Staat machen.

Bewertung seiner Utopie

Schon im Roman fällt die Utopie negativ auf und auch der Protagonist merkt, dass etwas im System nicht stimmen kann. Denn er stellt Fragen und muss sich daraufhin immer fürchten. Er merkt zum Beispiel, dass der Krieg nicht unbedingt immer mit den gleichen Feind stattfand, oder das es merkwürdig ist , dass die Bomben nur die Proles treffen und nicht die Wohngegenden der Parteimitglieder. Somit erkennt er schon, dass dieses kein wünschenswerter Staat ist und probiert sich deswegen der revolutionären Gruppe anzuschließen.

Der Roman hat heute noch die gleiche Aktualität wir vor 20 Jahren, denn vor allem heute ist dieser Roman realer als er jemals war. Zum Beispiel wird die Überwachung immer stärker. So werden seit neuestem die Internetdaten länger gespeichert, oder es werden immer mehr Überwachungskameras angebracht. In andern Ländern ist es sogar üblich, bei gewissen Strafen jemanden eine Fußfessel anzulegen, die entweder den Alkoholgehalt im Blut oder die Entfernung von einen bestimmten Punkt anzeigt. Somit ist zumindest in den Punkt der Roman aktuell. Der nächste Punkt den man ansprechen sollte ist der, dass die Sprache auch immer mehr ihre Klarheit verliert oder beschönigt wird. So heißt zum Beispiel unser Ministerium, welches sich mit den Krieg beschäftigt, nicht mehr Kriegsministerium sondern Verteidigungsministerium. Obwohl keine wirkliche Verteidigung stattfindet. Auch werden die Soldaten die in anderen Ländern im Einsatz sind häufiger als Friedenstruppen bezeichnet, obwohl es auch bewaffnete Soldaten sind. Es wird genauso häufiger von Friedensmissionen geredet, dass es eigentlich in den Krieg geht wird nicht erwähnt. Somit ist auch dieses ein aktueller, wenn auch nicht so ausschlaggebender Punkt. Die Regierung ist bei uns noch demokratisch und somit nicht mit der dort vorherrschenden Vergleichbar auch, dass die Meinung der Proles nicht existiert ist nicht unbedingt aktuell, denn diese interessiert die Politiker schon, denn auch von dort kommen Wähler. Was sich noch vergleichen lässt ist die Musikproduktion in dem Buch mit der heutigen. In dem Buch wird die Musik für die Proles in einer Art Fabrik gefertigt, denn es gibt keine echten Künstler mehr. Auch heutzutage gibt es so was ähnliches, denn die Castingshows , wie “Popstars” oder “Deutschland sucht den Superstar”, sind letztendlich auch nichts anderes als am laufenden Band, also wie in der Fabrik hergestellte, Musik, die genau so schnell verschwindet wie sie entsteht. Des Weiteren gibt es bei den Fernsehsendungen eine Unterscheidung zwischen den Personen, so kommen die Konsumenten der Talkshows auf den privaten Sendern wie “Pro7“ und “RTL” eher für die Arbeiterklasse, während Polittalkshows wie “Sabine Christiansen” oder das “Literarische Quartett” eher für die gebildeteren Menschen sind. Somit lässt sich auch hier die Trennung zwischen Proles und Parteimitglieder des Buches nachvollziehen. Das Problem an diesen Veränderungen ist, dass diese kaum auffallen, da sie schleichend, also sehr langsam Verlaufen. Wenn man sich jedoch genauer mit diesen Beschäftigt und sich den Verlauf der letzten Jahrzehnte anguckt, stellt man fest, dass wir uns tatsächlich immer mehr der Utopie des Buches, zumindest in manchen Punkten, annähern. Ein weiteres Beispiel ist das Michael Moore in seinem Film Fahrenheit 9/11 sagte, dass der Irak-Krieg nicht gewonnen sondern ewig dauern solle.

Rolle der Technik

Die Technik spielt in George Orwell’s Roman “1984” eine große Rolle. Denn ohne die ganze Technik, wäre weder eine solche Propaganda noch eine so starke Überwachung möglich gewesen und somit
wäre auch ein solcher Staat nicht möglich gewesen. Denn ohne die Überwachung und der anschließenden Ermordung der Gegner würde sich der Staat nicht lange gegen die Kritik wehren können. Die Propaganda ist in so fern von besonderer Bedeutung, dass ohne diese die ständige Präsens des großen Bruders und der Feinde nicht da wäre, somit würde den Bewohnern erstens die Beziehung zu dem “großen Bruder” und somit jede Beziehung fehlen als auch zweitens die ständige Präsens des Feind, der der Sündenbock für die Armut im Land ist. Der ständige Wechsel des Feindes ist auch ein Problem für das Technik benötigt wird, denn sonst ist es nicht zu bewältigen alle Dokumente über die Kriege so umzuschreiben, dass es aussieht als wenn man mit einem Land immer im Krieg wäre. Somit sollte klar sein, wie wichtig die Technik ist in dem Buch, da ohne diese die Utopie nicht vorstellbar wäre.

Quellenangaben

- Orwell, George “1984” (Roman)
- http://de.wikipedia.org/wiki/George_Orwell
- http://de.wikipedia.org/wiki/1984_(Roman)
- http://de.wikipedia.org/wiki/Präventionsstaat
- http://de.wikipedia.org/wiki/Überwachungsstaat
- http://de.wikipedia.org/wiki/Doppeldenk
- http://de.wikipedia.org/wiki/Neusprech
- http://de.wikipedia.org/wiki/Euphemismus
- https://www.datenschutzzentrum.de/vortraege/041118_weichert_dafta.htm
- http://www.fschuster.de/videos/1984.htm
- http://www.whoswho.de/templ/te_bio.php?PID=678&RID=1
- http://www.levity.com/corduroy/orwell.htm
- http://www.netcharles.com/orwell/essays/antisemitism.htm
- http://www.netcharles.com/orwell/essays/gandhi.htm
- http://www.netcharles.com/orwell/chrono.htm
- http://www.netcharles.com/orwell/articles/george-orwell-biography.htm
- http://www.netcharles.com/orwell/books/animalfarm.htm
- http://www.zeit.de/literatur/orwell/horx
- http://www.zeit.de/2003/26/A-Orwell
- http://www.zeit.de/literatur/orwell/archivtext
- http://www.online-literature.com/orwell/

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