Jonas Blog

Spielsysteme im Fußball

Veröffentlicht in Sport by jonas234 am Januar 31st, 2008

Dieses Referat entstand für den Sportunterricht im Bereich Fußball. Es wurde verlangt einen Überblick über die Spielsysteme und deren Vor- und Nachteile zu geben.

Mein Referat behandelt das Thema Spielsysteme im Fußball.

Doch was sind überhaupt Spielsysteme?

Als Spielsystem bezeichnet man die bekannteste Form der taktischen Ausrichtung. Sie bezeichnen die Spieler einer Mannschaft im Idealfall zu stehen haben. Diese Aufstellungen hängen hauptsächlich von der Mannschaft ab. Denn diese müssen entscheiden, ob sie offensiv oder defensiv spielen wollen und danch werden die Positionen bestimmt.

Das Spielsystem wird normalerweise durch 3 Zahlen angegeben, wobei die erste Zahl für die Anzahl der Verteidiger, die Zweite für die Anzahl der Mittelfeldspieler und die dritte für die Anzahl der Stürmer steht.

Desweiteren kann ein Spielsystem defensiv oder offensiv interpretiert werden, dass heisst wenn zum beispiel zwei Mittelfeld defensiv stehen und nur einer offensiver Mittelfeld spielt ist dieses eher defensiv, und wenn ein Mittelfeldspieler defensiv und zwei offensiv spielen ist die Spielweise eher offensiv. Das bedeutet, dass die Zahlen nur die ungefähren Positionen angeben der Rest muss im Detail geklärt werden.

Historische Spielsysteme:

Früher wurde so gespielt, dass dort wo der Ball ist auch fast alle Spieler waren, dementsprechend sah auch die Aufstellung aus 1 Towart 1 Verteidiger 9 Stürmer, bis 1903 durfte der Torwart auch außerhalb des Strafraums den Ball mit der Hand spielen. Ausserdem war Abseits wenn weniger als drei gegnerische Spieler der Torauslinie näher als er selbst waren.

Der Schweizer Riegel, wurde vom Österreicher Karl Rappan 1930 erfunden, der zwei schweizer Vereine und eine Nationalmannschaft in seiner Laufbahn trainierte. Hierbei griffen alle Spieler gemeinsam an und gingen alle gemeinsam zurück, wobei aber die Stürmer sich nur bis zur Mittellinie zurückziehen. Rapan ließ hierbei drei Verteidiger zwei offensivere Verteidiger und 5 Stürmer spielen.

Im Laufe der Zeit wurde die defensive immer stärker. Erst die sogennante Schottische Furche, so genannt auf Grund des Dreiecks welches sich ergibt, mit der Aufstellung 2-3-5, führte zum ersten wirklichen Spielsystem. Denn hier wurde zum ersten Mal zwischen den Spielern unterschieden, denn es gab 2 spezialisierte Verteidiger, 3 Läufer bzw. Mittelfeldspieler, die die Defensive stärken und den Angriff vorbereiten mussten und 5 Stürmer.Der Vorteil an einem solchen Spielsystem war, das jetzt auf das Kollektiv an Spielern, und nicht auf die einzelne spielerische Klasse gesetzt wurde. Ende 1950 hat man dann einen defensiven Mittelfeldspieler in die Verteidigung gesetzt, so dass man nun 3 Verteidiger hatte und nur 2 Mittelfeldspieler. Dadurch das man 1960 einen Angreifer mit in die Verteidigung als Libero setzte. Ein weiteres weit verbreitet das System war das WM System der Deutschen, hierbei waren 5 offensiv Spieler wie ein W angeordnet und 5 Defensiv Spieler wie ein M. Dieses System hat Ähnlichkeit zum heutigen 3-4-3 Aufbau. (siehe Bild)

Totaler Fußball
Der Totale Fußball ist ein Spielsystem, bei dem jede Position, die bei einen Angriff verlassen wurde, von einem nachrückenden Spieler neu ersetzt wird. Dadurch findet ein gleichzeitiger Angriff aller zehn Feldspieler statt und auch eine gleichzeitige Verteidigung. Auch kann hierbei jede Position eines Spielers verändert werden, so kann er zum Beispiel erst in der Verteidigung dann im Sturm und als nächstes im Mittelfeld spielen. Die Nachteile an dieser Taktik liegen auf der Hand, denn hierbei komm es sehr stark auf die spielerischen Fähigkeiten der einzelnen Spieler an, denn die Spieler müssen auf jeder Position spielen können, auch müssen sie eine große Kondition und eine ausgezeichnete Technik besitzen. Eine weitere Eigenschaft, die jeder besitzen muss, ist ein hohes Taktikverständnis, da jede entstehende Lücke im Idealfall sofort gefüllt werden musst.
Der Grundstein für den Totalen Fußball wurde von Jack Reynolds gelegt. Jedoch hat erst Rinus Michels, der unter Reynolds spiele und Trainer von Amsterdam und der Nationalmannschaft Hollands. Seit 1970 ließ er dort dieses Spielsystem spielen. Dieses funktionierte dort auch ziemlich gut, da die Mannschaft im allgemeinen sehr schnell war, und die Lücken, die durch die Laufwege Johan Cruyff, der durch diese Taktik bekannt wurde, sofort füllten. Mit dieser Taktik konnte dreimal der Europapokal der Landesmeister in Folge gewonnen werden, nämlich 1971, 1972 und 1973.

Zwischenschritte:
(Libero)
Man hatte damals einen Libero eingesetzt, um weite Bälle rechtzeitig abfangen zu können, jedoch litt darunter die Flexibilität. So war zum Beispiel ein schneller Aufbau nicht mehr gewährleister, auch eine Abseitsfalle war unmöglich geworden.

Unterschied Manndeckung Raumdeckung:
Das moderne Spielsystem, hat einen weiteren Hauptunterschied zu den historischen Spielsystemen. Dieser Unterschied ist die Deckung im historischen Spielsystem, wurde nach dem Prinzip der Manndeckung gespielt, heutzutage wird eher die Raumdeckung praktiziert.
Der Unterschied ist, dass bei der Manndeckung darauf beruht, die Spieler so zuzuordnen, dass sie einen direkten Gegenspieler haben, hierbei wird in der Verteidigung zwischen Manndeckern und den Libero unterschieden, welcher als freier Mann bezeichnet wird, da er keinen Gegenspieler hat. Diese Spielweise beruht auf einer statischen Sicht des Fußballs, so sind die Abwehrspieler nur mit dieser beschäftigt. Dieses System liegt vor allem daran, dass der europäische Fußball auf die Zerstörung des gegnerischen Aufbausspiels ausgelegt war.
Einer der letzten großen Erfolge mit dieser Taktik hatte Otto Rehhagel, der die Europameisterschaft 2004 gewann.

Heutzutage wird jedoch meistens die so genannte Raumdeckung gespielt, in der ein Spieler keinen Gegnerspieler, sondern einen gewissen Bereich decken muss. Dadurch dass es keine direkte Zuordnung gibt, können die Abwehrspieler auch Aufbauarbeit, für den Angriff leisten. Auch die Mittelfeldspieler und Stürmer können fortan durch die Deckung ihres Gebietes Abwehrarbeit leisten. Dadurch das die Positionen ballorientiert verschoben werden, welches zum Ziel hat eine Überzahlsituation in Ballnähe zu schaffen, um den ballführenden Gegenspieler unter Druck zu setzen oder möglichst viele Anspielstationen zu schaffen. Auf Grund dieses Verschiebens, müssen die Spieler viel Laufarbeit leisten. Die wohl heute am häufigste gespielte Form des modernen Spielsystem ist das 4-4-2.

Moderne Spielsysteme:

(4-4-2)
Also hat man fortan ohne Libero gespielt und ein 4-4-2 Spielsystem eingeführt. Die 4 Abwehrspieler versuchen die Torchance zu minimieren, wobei die beiden Innverteidiger häufig “Mann-gegen-Mann” Situationen spielen. Die Außenverteidiger haben die Aufgabe, sowohl die Verteidigung zu stärken, als auch den Angriff über die Außenbahnen nach vorne zu tragen.
Die Mittelfeldspieler haben weiterhin die klassische Aufgabe, sowohl den Sturm als auch die Verteidigung zu unterstützen. Hierbei ist vor allem der zentrale Mittelfeldspieler, der das offensive Spiel aufbauen soll, und auch zwischendurch mal als Stürmer fungiert. Die beiden äußeren Mittelfeldspieler sollen zum einen die Gegenspieler daran hindern an den Seiten durchzubrechen, und flanken zu schlagen, und sie sollen selbst Flanken für den Sturm schlagen, und so den Angriff vorbereiten. Ein weiterer Mittelfeldspieler steht defensiv und hat die Aufgabe, den gegnerischen Spielmacher zu bewachen.
Der Vorteil dieses Spielsystems sind die beiden Viererreihen, wenn diese in einer Reihe stehen bilden sie eine starke Abwehrmauer. Nachteil ist, dass das Defensivspiel dadurch geschwächt wird, da weniger Bälle nach vorne kommen. Wenn man etwas offensiver mit den Spielsystem spielen will, bildet man eine Raute, mit dieser Aufstellung gewann Werder Bremen die Meisterschaft in der Saison 2003/2004. Bei dieser Aufstellung, ist der Spielmacher der offensive Mittelfeldspieler, der den ganzen Platz ausnutzen kann.

(3-4-3)
Ein weiteres jedoch sehr selten gespieltes System ist das 3-4-3, das Problem daran ist, dass es sehr risikoreich ist, da die Verteidiger nur “Mann-gegen-Mann” Situationen spielen, hierbei geht der freie Abwehrspieler immer wieder offensiv beteiligt. Im Mittelfeld kann hierbei entweder eine Raute wie oben beschrieben oder ein Quadrat gespielt werden, dass heisst entweder 1 offensiver 1 defensiver und 2 mittlere Verteidiger oder 2 offensiver und 2 defensive Verteidiger.

(5-3-2)
Dieses Spielsystem ist sehr defenisv ausgerichtet, da sie aus drei zentrale Verteidiger und zwei äußere Verteidiger besteht. Hierbei sind die äußeren Positionen besonders wichtig, da sie sowohl die Abwehr stärken müssen, als auch den Angriff besonders vorantragen müssen und somit ein enormes Laufpensum haben.

(3-5-2)
Dieses System ist vergleichbar mit dem vorrangegangen, einziger Unterschied ist, dass die beiden äußeren Spieler etwas offensiver spielen.

(5-4-1 und 4-5-1)
Beide Aufstellung sind stark defensiv ausgerichtet und dafür geeignet, ein Ergebnis zu halten. Bei dieser Taktik erfolgt ein Angriff fast nur über einen Konter. Dabei ist das 5-4-1 noch defensiver, und das 4-5-1 ist eher für ein Team geeignet, welches sowohl offensiv als auch defensiv kompakt stehen will. Die beiden äußeren Mittelfeldspieler werden bei dieser Taktik zu Verteidigern, falls der Gegner angreift und zu Stürmern, falls das eigene Team im Angriff ist.

Im Weltmeisterschaftsfinale 2006 standen sich mit Italien und Frankreich zwei Teams gegenüber, die diese Taktik praktizieren.

(3-3-4)
Die offensivste Aufstellung, die wohl im Fußball zu finden ist, ist das 3-3-4 System, hierbei müssen jedoch zwei Stürmer im Notfall auch verteidigen. Diese Taktik wurde in den letzten Jahren vor allem von Ajax Amsterdam eingesetzt.

Quellen:

http://www.dfb.de/index.php?id=462051

http://www.dfb.de/index.php?id=462052

http://www.dfb.de/index.php?id=462055

http://www.dfb.de/index.php?id=462058

http://www.dfb.de/index.php?id=462061

http://de.wikipedia.org/wiki/Taktik_(Fußball)

http://de.wikipedia.org/wiki/Raumdeckung

http://de.wikipedia.org/wiki/Manndeckung

http://de.wikipedia.org/wiki/Schweizer_Riegel

http://de.wikipedia.org/wiki/WM-System

http://de.wikipedia.org/wiki/Catenaccio

http://de.wikipedia.org/wiki/Totaler_Fußball

http://www.ksta.de/ks/attach/swf/wm06_final.swf

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