Phänomen Castingshows
Seit mehr als 20 Jahren gibt es nun Castingshows, am Anfang nicht so erfolgreicht, heute jedoch mit guten 40% der Einschaltquoten der 13-20 jährigen. Doch was macht diese Shows so Erfolgreich, um diesem Phänomen auf den Grund zu gehen, muss man sich erstmal die Geschichte der Castingshows angucken.
Im Jahre 1978 wird die Gong Show in England eingeführt und kurz darauf auch bei uns . Jedoch wurde die Show kurz darauf, auf Grund geringer Einschaltquoten abgesetzt. 10 Jahre später gab es einen erneuten Versuch diese Show einzuführen, doch auch dieser scheiterte an zu geringen Einschaltquoten. Im Jahre 2000 entstand dann die erste erfolgreiche Castingsshow Deutschlands, auf RTL2 mit den Namen “Popstars”. Die Idee hatte der Neuseeländer “Jonathan Dowling”. Nach dem die Sendung bereits erfolgreich in diversen Ländern angelaufen war, wurden sich die Lizenz relativ schnell gesichert. Im Laufe der Zeit, inzwischen läuft die 6. Staffel, wechselte die Sendung von RTL2 nach Pro7. Die erfolgreichste der Bands war wohl die Band “No Angels”. Die neueste Band ist die Band “Room 2012″, die im Jahre 2007 gegründet wurde. Im Jahre 2002 schlug dann RTL zurück und erfand “Deutschland sucht den Superstar”, die an die englische Show “Pop Idol” angelehnt ist. Hierbei ist der bekannteste Sänger wohl “Mark Metlock”, der im Jahre 2008 den Echo gewann. Alle Sieger der Sendungen die auf den Format von “Pop Idol” ,aus dem Jahre 2002/2003, beruhen wurden zu einem internationalen Wettbewerb eingeladen, bei dem der deutsche Kandidat vorletzter wurde. Natürlich konnte sich Sat1 sowas nicht gefallen lassen, somit nahmen sie “Star Search” ins Programm auf, eine Castingshow aus den USA, die unter anderem Britney Spears und Justin Timberlake hervorgebracht hat. In Deutschland war wohl der bekannteste Gewinner Bill Kaulitz, der im Bereich Music Act 10-15 teilnahm und heute für Tokio Hotel singt. Das besondere an dieser Show ist, dass sie nicht nur Musik beinhaltet, sondern auch andere Arten, wie zum Beispiel Models. Deswegen gibt es seit dem Jahre 2006 auf Pro7 die Castingshow “Germany’s Next Topmodel”, auch diese Show kommt letzendlich aus Amerika. 2003/2004 gelang dann Stefan Raab das Meisterstück, er übertraf alle andern Castingshows, mit der Sendung “SSDSGPS” (Stefan sucht den Super-Grand-Prix-Star), denn hiermit schuf er eine Parodie zu den andern Sendungen und übertraf diese sogar vom musikalischen Niveau her. Stefan Raab gewann für diese Sendung den Grimme Preis, welcher wohl der renomierteste Preis für Sendungen in Deutschland ist. 2007 startete er dann eine Nachfolger Castingshow mit den Namen “SSDSDSSWEMUGABRTLAD”. Diese Abkürzung bedeutet “Stefan sucht den Superstar, der singen soll, was er möchte, und gerne auch bei RTL auftreten darf”. Der Name entstand im April 2007, als Max Buskohl bei TV Total der Sendung von Stefan Raab auftreten wollte und ihm dieses verboten wurde, da der Vertrag dieses untersagte. Zuerst startete er eine Aktion mit den Namen “Freiheit für Max Buskohl”, in der er ein Photo von ihm im Stil von RAF Entführungsopfern zeigte. Nachdem diese Aktion die von Kritikern als PR Aktion (die Aktion sorgte übrigens für einigen Wirbel) nicht besonders erfolgreich war, startete er diese Show. Das besondere war, dass die Kandidaten sich selbst entscheiden konnte, ob sie was bekanntes oder eine eigene Produktion singen wollten. Die neueste Art der Castingshows ist wohl die Sendung “The Next Uri Geller”, in der die Kandidaten ihre mentalen Fähigkeiten und ihre angeblich übernatürlichen Kräfte zeigen sollen.
Doch was ist nun eine Castingshow? Eine Castingshow besteht aus Kandidaten, die auf Grund ihres Talentes, probieren diese Show zu gewinnen.
Die Frage ist was eine solche Show so erfolgreicht macht. Das Paradebeispiel hierfür ist wohl ”DSDS”, denn mit ihren Juror Dieter Bohlen haben sie genau den richtigen gefunden. Denn er kennt keine Moralvorstellungen so kann er jeden Kandidaten auf schärfste demütigen. Aus diesen Demütigen und den stark überschätzten Selbstbewusstsein der Kandidaten besteht die Sendung. Denn dort sind so schlechte Kandidaten, die glauben sie könnten wirklich singen, dass man kein Mitleid mit denen haben kann. Somit beruht das ganze System eigentlich auf Schadensfreude erzeugt durch die unmoralische Kritik von Dieter Bohlen.
Seit dem Zusammenbruch eines Schülers bei ”Deutschland sucht den Superstar” ermittelt nun der Jugendschutz, denn sie befürchten das die Sendung die Entwicklung gemeinschaftsfähiger Persönlichkeiten stören könnte. Schon letztes Jahr wurden die Verantwortlichen der Sendung ermahnt, es scheint sich jedoch auf den ersten Blick nicht verändert zu haben.
Ein weiterer Grund ist wohl, dass der Schüler als gescheiterter Kandidat zu Hause angerufen wird und dort beleidigt wird und RTL nichts dagegen unternimmt.
Somit wird man abwarten müssen, was demnächst mit der Sendung passiert, beziehungsweise ob sich dort was ändert, was allen zu wünschen wäre.
Quellen:
- Spiegel vom 11.2.2008
- Jugendschützer ermitteln gegen DSDS (Spiegel)
- “Ich bin völlig fertig” (Spiegel)
- “Hab’ ich die Haare schön?” (Spiegel)
Theaterrezension “Spieltrieb” Schwankhalle
Im November und im Dezember wird das Stück “Spieltrieb” von Juli Zeh in der Schwarnkhalle in Bremen aufgeführt. Dieses wurde inszeniert von Bernhard Studler und die Regier lag bei Carsten Werner. Schon vor dem Theaterstück war die Eingangshalle mehr als überfüllt.
Die Grundidee des Stückes war, dass probiert wurde jede einzelne Szene des Romans darzustellen. Die logische Konsequenz daraus war, dass die wichtigen Szenen zu kurz und die unwichtigen zu ausführlich dargstellt wurden. Besonders deuztlich wurde dieses am Beispiel der Spieltheorie, welche ein Hauptthema im Buch ist. Allerdings ist diese Theorie im Buch schon schwer verständlich da sie unglaublich Komplex ist, vor allem das Gefangenendilemma musste man zweimal nachlesen bevor man es verstanden hat. Im Theater jedoch, war dieses Thema in der Form, wie sie im Theater gezeigt wurde nicht zu verstehen, denn es wurde genauso kurz erwähnt wie im Buch. Somit fehlt einem der entscheidende Aspekt des Buches.
Ein interessanter Aspekt der Aufführung war, dass alle Darsteller auf der Bühne blieben und diese nur in einen vorher definierten Lichtkreis getreten sind. Somit konnten sogar zwei Handlungen an zwei Orten gleichzeitig verfolgen, was auch genutzt wurde. Jedoch entstand damit auch ein Problem für die Zuschauer, denn diese mussten plötzlich zwei Handlungen gleichzeitig verfolgen, was jedoch notfalls ging, da die eine Handlung meistens nur kurz und nebensächlich war. Der Ort des Schauspieles war einer der wenigen positiven Elemente des Abends, denn er spielte, wie auch der wichtigste Teil des Romans, in der Schule, genauer gesagt in einer Sporthalle. Jedoch traten damit auch Probleme auf, denn da kein Umbau erfolgen konnte, waren Szenen wie zum Beispiel der Spruing vom Dach des Höfi oder das Eisbad der Frau Smutek nicht oder nur sehr schwer verständlich, wenn man das Buch nicht gelesen hatte. Eine weitere Folge dessen war , dass die Szene im Gericht nicht wirkte, denn ein Gericht in dessen hintergrund Sportgeräte hängen, ist nur schwer vorszustellen. Jedoch wurden sogar die Sitzgelegenheiten an Schule angepasst, so dass teiweise sogar auf Sportgeräten gesessen werden musste, was alles andere als bequem war. Eine weitere Schwäche des Stückes war, dass die gewalt als letzte Konsequenz schlecht rüber kam, denn das die Gewalt, und somit der Gang zu den Richter eine Steigerung des Spieles war, kam nicht gut genug rüber. Auch die Person Ada war zu emotional gespielt, im roman war Ada eine Person ohne Gefühle, deswegen auch der Name nach einer Programmiersprache, kalt und besonders zuverlässig.
Die schauspielerische Leistung reihte sich direkt in das Stück ein, denn die Schauspieler sahen komplett anders aus als im Buch und schienen sich nicht in ihre Rolle einzufügren. Jedoch war das Auftreten Alevs als lässige Person gelungen. Am meisten stieß jedoch Wolfram Grünzer hervor, der Höfi spielte, und eine überragende schauspielerische Leistung ablieferte, so dass man ihm jedes Wort abnham. Was auch zum Nachdenken aufgab, ist, dass die Schauspieler, zumindest die drei jugendlichen, alle die selbe Kleidung trugen, ob das nun am geringen Budget lag oder so geplant war um den Zusammenhalt der Generation dazustellen bleibt fraglich. Was auch zu denken aufgibt, ist dass einer der Bandmitglieder Olavs als Pappfigur dargestellt wurde.
Die Musik, die eingespielt wurde, hat zum Buch gepasst, jedoch war der Bass zu stark, außerdem war das Lied das Ada während des laufens sang nicht gut gewählt, denn sie wirkte dadruch leicht verrückt, da sie immer nur drei gleiche Zeilen hervorstieß.
Alles in allem, war sowohl die Inszenierung als auch die schauspielerische Leistung, bis auf wenige Ausnahmen schlecht und nicht empfehlenswert. Der Trieb zum Schauspiel der Darsteller schien jedoch so groß zu sein, dass diese das Stück noch häufig aufführen.