Jonas Blog

Theaterrezension “Spieltrieb” Schwankhalle

Veröffentlicht in Deutsch by jonas234 am Februar 13th, 2008

Im November und im Dezember wird das Stück “Spieltrieb” von Juli Zeh in der Schwarnkhalle in Bremen aufgeführt. Dieses wurde inszeniert von Bernhard Studler und die Regier lag bei Carsten Werner. Schon vor dem Theaterstück war die Eingangshalle mehr als überfüllt.

Die Grundidee des Stückes war, dass probiert wurde jede einzelne Szene des Romans darzustellen. Die logische Konsequenz daraus war, dass die wichtigen Szenen zu kurz und die unwichtigen zu ausführlich dargstellt wurden. Besonders deuztlich wurde dieses am Beispiel der Spieltheorie, welche ein Hauptthema im Buch ist. Allerdings ist diese Theorie im Buch schon schwer verständlich da sie unglaublich Komplex ist, vor allem das Gefangenendilemma musste man zweimal nachlesen bevor man es verstanden hat. Im Theater jedoch,  war dieses Thema in der Form, wie sie im Theater gezeigt wurde nicht zu verstehen, denn es wurde genauso kurz erwähnt wie im Buch. Somit fehlt einem der entscheidende Aspekt des Buches.

Ein interessanter Aspekt der Aufführung war, dass alle Darsteller auf der Bühne blieben und diese nur in einen vorher definierten Lichtkreis getreten sind. Somit konnten sogar zwei Handlungen an zwei Orten gleichzeitig verfolgen, was auch genutzt wurde. Jedoch entstand damit auch ein Problem für die Zuschauer, denn diese mussten plötzlich zwei Handlungen gleichzeitig verfolgen, was jedoch notfalls ging, da die eine Handlung meistens nur kurz und nebensächlich war. Der Ort des Schauspieles war einer der wenigen positiven Elemente des Abends, denn er spielte, wie auch der wichtigste Teil des Romans, in der Schule, genauer gesagt in  einer Sporthalle. Jedoch traten damit auch Probleme auf, denn da kein Umbau erfolgen konnte, waren Szenen wie zum Beispiel der Spruing vom Dach des Höfi oder das Eisbad der Frau Smutek nicht oder nur sehr schwer verständlich, wenn man das Buch nicht gelesen hatte. Eine weitere Folge dessen war , dass die Szene im Gericht nicht wirkte, denn ein Gericht in dessen hintergrund Sportgeräte hängen, ist nur schwer vorszustellen. Jedoch wurden sogar die Sitzgelegenheiten an Schule angepasst, so dass teiweise sogar auf Sportgeräten gesessen werden musste, was alles andere als bequem war. Eine weitere Schwäche des Stückes war, dass die gewalt als letzte Konsequenz schlecht rüber kam, denn das die Gewalt, und somit der Gang zu den Richter eine Steigerung des Spieles war, kam nicht gut genug rüber. Auch die Person Ada war zu emotional gespielt, im roman war Ada eine Person ohne Gefühle, deswegen auch der Name nach einer Programmiersprache, kalt und besonders zuverlässig.

Die schauspielerische Leistung reihte sich direkt in das Stück ein, denn die Schauspieler sahen komplett  anders aus als im Buch und schienen sich nicht in ihre Rolle einzufügren. Jedoch war das Auftreten Alevs als lässige Person gelungen. Am meisten stieß jedoch Wolfram Grünzer hervor, der Höfi spielte, und eine überragende schauspielerische Leistung ablieferte, so dass man ihm jedes Wort abnham. Was auch zum Nachdenken aufgab, ist, dass die Schauspieler, zumindest die drei jugendlichen, alle die selbe Kleidung trugen, ob das nun am geringen Budget lag oder so geplant war um den Zusammenhalt der Generation dazustellen bleibt fraglich. Was auch zu denken aufgibt, ist dass einer der Bandmitglieder Olavs als Pappfigur dargestellt wurde.

Die Musik, die eingespielt wurde, hat zum Buch gepasst, jedoch war der Bass zu stark, außerdem war das  Lied das Ada während des laufens sang nicht gut gewählt, denn sie wirkte dadruch leicht verrückt, da sie immer nur drei gleiche Zeilen hervorstieß.

Alles in allem, war sowohl die Inszenierung als auch die schauspielerische Leistung, bis auf wenige Ausnahmen schlecht und nicht empfehlenswert. Der Trieb zum Schauspiel der Darsteller schien jedoch so groß zu sein, dass diese das Stück noch häufig aufführen.

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