Vorwort:
Der hier folgende Text ist absolut subjektiv und spiegelt meine eigene Meinung wieder. Sicherlich ist diese Meinung durch diverse Erfahrungen in meinen Leben beeinflusst wurden. Zum einen dadurch das ich jahrelang Counter-Strike gespielt habe, zum andern dadurch das ich momentan im Kindergarten arbeite und vorher Betreuung von Schülern übernommen haben, in diesem Bereich ha ich quasi die andere Sich kennen gelernt.
Killerspiele sind wie folt definiert:
„Spielprogramme, die grausame oder sonst unmenschliche Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen darstellen und dem Spieler die Beteiligung an dargestellten Gewalttätigkeiten solcher Art ermöglichen.“
(Quelle: Wikipedia)
Dieses schließt auch Strategiespiele, wie z.B. Age of Empire oder auch Starcraft, mit ein. Ich beziehe mich hier jedoch hauptsächlich auf das Genre der Ego-Shooter.
Hauptteil:
Seit dem jetzigen Amoklauf steht wiedermal das Thema „Killerspiele“ im Mittelpunkt der Diskussionen, dieses war jedesmal die Hauptdiskussionsgrundlage und wenn man den Massenmedien glaubt muss man das sogar als Hauptgrund einschätzen.
Nach dem Amoklauf in Erfurt kam zum erstenmal eine generelle Diskussion über „Killerspiele“ auf.
Damals hatte ich, muss ich beinahe zu meiner eigenen Schande gestehen, ein sehr eingschränkten Blick darauf und war immer der Meinung, dass das genauso sinnvoll ist wie zu behaupten Brot wäre Schuld.
Heutzutage muss ich jedoch gestehen das das ganze relativiert werden muss, die sogenannten „Killerspiele“ sind sicherlich nicht eine Garante für Amokläufer, so wie es teilweise dargestellt wurde. Sicherlich können „Killerspiele“ bei Leuten mit einem entsprechenden psychologischen und sozialen Background nicht gerade förderlich wirken, vor allem beim „Missbrauch“ dieser Spiele. Beim normalen Durchschnittsspieler, auch wenn er das Spiel exessiv nutzt, wird ein solches Spiel sicherlich niemals dazu verleiten einen Amoklauf o.ä. zu planen.
Sicherlich wurde von diverse Psychologen festgestellt, dass schon 20 minütiges Computerspielen folgende Auswirkungen haben kann:
- Erhöhung der Erregung
- Förderung aggressiver Kognitionen
- Förderung aggressiver Emotionen
- Förderung aggressiven Verhaltens
- Reduktion prosozialen Verhaltens
Alle Punkte können durch diese Spiele ausgelöst werden, teilweise durch die Brutalität, teilweise jedoch auch durch mangelnden Erfolg. Es wird jedoch in allen Punkten nur von einer Förderung geredet, das heißt man braucht eine gewisse Grundlage hierfür.
Was jedoch immer wieder vergessen oder verharmlost wird ist, dass die gewaltdarstellung in Filmen größtenteils deutlich höher und realistischer ist als in den meisten Computerspielen. Diese fanden jedoch nie einen so starken Anklang wie die Spiele. Ein Grund könnte sein, dass Computerspiele relativ neu sind und somit von einem Großteil der älteren Bevölkerung nicht anerkannt wird und somit für Zeitungen ein Hauptangriffspunkt sein könnte, nach dem Motto „alles Neue ist schlecht“. Ein kleiner Auszug aus Wikipedia unterstreicht dieses :
„Der Autor Roland Seim und viele Spieler vergleichen die derzeitige Kritik an Computerspielen im Allgemeinen und „Killerspielen“ im Besonderen mit den Angriffen gegen neue Medienformen in den letzten Jahrzehnten vor dem Hintergrund der jeweils herrschenden Moralvorstellungen.Diese richteten sich unter anderem gegen
Jazz,
Fernsehen,
Beatmusik,
Rockmusik,
Comicsund
Videofilme. Ähnlich wie beim heutigen Schlagwort „Killerspiele“ wurden auch damals polemisierende Wortneuschöpfungen kreiert, so wurde beispielsweise in den 1930er Jahren Jazz als „
Negermusik“ verhöhnt. Hierbei wurde regelmäßig unterstellt, der Konsum des jeweiligen Mediums würde zwangsläufig zu nachhaltigen Schäden bei den betroffenen Konsumenten führen, häufig verlief die Diskussion hierbei entlang der jeweiligen Generationsgrenzen. Die meisten dieser Medien werden heute gesamtgesellschaftlich akzeptiert und teilweise als Kunstformen wahrgenommen“
Eines der Hauptspiele, die von den Massenmedien angeprangert wurden, sowohl damals auch als heute ist Counter-Strike.
Counter-Strike ist einer der beliebtesten, wenn nicht sogar der beliebteste, Ego-Shooter, oder besser gesagt Taktik-Shooter, weltweit.
In dem Spiel geht es um den Kampf von Anti Terror Einheiten gegen Terroristen, mit dem Ziel eine Bombe zu entschärfen, die von der Terror Seite gelegt werden muss. Dieses Ziel gilt es mit Waffengewalt zu verhindern. Dieses hört sich erstmal als ein Spiel bestehend aus purer Gewalt an. Auf so genannten Public Server(vor allem Deathmatch Servern) ist dieses vermutlich auch so, jedoch verlieren Leute, die sich nur auf die Gewalt in dem Spiel konzentrieren, sehr schnel die Lust auf dieses.
Das Spiel lebt davon, dass zwei eingespielte Teams gegeneinander spielen. Beide Teams verfolgen hierbei diverse Taktiken um ihre Ziele zu erreichen. In dem Spiel führen 5 Punkte zum Erfolg:
- Taktik
- Teamspiel
- Absprache
- Einschätzung der Situation
- Eigene Spielstärke
Von den 5 hier genannten Punkten erfordert nur der 5. die Waffen, denn im 5. geht es darum möglichst genau zu zielen. Alle andern 4 können auch auf jede andere Situation übertragen werden und sind unabhängig zum Spiel. Jedoch sind die ersten 4 Punkte die jenigen die über Sieg oder Niederlage entscheiden.
Malte Lübkemann sagte gegenüber dem Weser-Kurier:
„Es geht mir nicht ums Blutvergießen, sondern um die Taktik und den Sieg über das gegnerische Team. Es wäre für mich auch kein Problem, wenn die Figuren im Spiel nur mit Blümchen schießen würden.“
(Quelle: Weser-Kurier 22.02.09 Abteilung Zoom)
Jeffrey Wimmer, Angestellter beim Institut für Medien, Kommunikation und Information der Universität Bremen, sagt im gleichen Artikel
„Wichtiger Aspekt ist dabei, dass die Spieler Aufgaben selbstständig und kompetent lösen können.Außerdem fördert das vernetzte Agieren in Teams soziale Kompetenzen, die man im Berufsleben nur allzu gut gebrauchen kann.“
(Quelle: Weser-Kurier 22.02.09 Abteilung Zoom)
(Den kompletten Artikel kann man auf
Das Spiel Counter-Strike kam zum ersten Mal ins Gespräch im Zusammenhang mit dem Amoklauf im Erfurt. Hier wurde das Thema stark von den Massenmedien gepusht, dass im Endeffekt Robert Steinhäuser keine Affinität oder auch nur Interesse zu Counter-Strike hatte interssiert hierbei nicht.(Nachzlesen auf
spiegel.de) Das Gleiche zeigt sich jetzt wieder im Zusammenhang mit dem Amoklauf vom 11.03.09.
Der Präsident der Deutschen Stiftung für Verbrechensbekämpfung behauptete hierzu:
„Dass der 17-Jährige auf der Flucht noch weiter um sich geschossen hat, ist ein Verhalten, das Jugendliche auch in Spielen wie Counter-Strike oder Crysis lernen können“
Das die Aussage Schwachsinn ist, habe ich oben probiert darzustellen. Das Problem ist, dass die meisten selbsternannten Experten, keine Ahnung von dem haben über was sie schreiben. Sie scheinen sich nicht im mindesten dafür zu interessieren, sich mit dem Spiel auseinander zu setzen. Keiner von denen hat einen Einblick in dieses Spiel genommen, sie haben weder sich mit Spielern unterhalten noch probiert eine differenzierte Meinung einzuholen.
Selbst renomierte Zeitungen wie die FAZ unterliegen hierbei diesem Fehler, so schrieb die FAZ:
„
Laut der Sonntagsausgabe der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ benutzte der Amokläufer das Computerspiel „Half Life: Counter Strike“ als Trainingsoftware.
„Das populäre und indizierte Computer-Onlinespiel Counter Strike“ sei das Spiel der „Haßindustrie“. Laut FAZ spielen ständig 500.000 Spieler „das Spiel, in dem man vom Polizisten (sogar die GSG 9) über den Passanten bis hin zum Schulmädchen jeden erschießen soll“.
Wie in dem Artikel zu lesen ist, verlor der ehemalige Schüler dadurch seinen Realitätssinn. Als ein echter Fan des Spiel stattete er sich selbst mit den Waffen aus, die das Computerspiel vorgibt.
Das meistgespielte Computerspiel der Welt soll dem Sport-Schützen gezeigt haben, wie er vorzugehen hatte. „Ob der Massenmord für ihn Spiel oder das Spiel schon Mord war, werden Psychologen erkunden“, so die FAZ. Das Spiel trage auf jeden Fall Schuld daran, nur die Begründung fehlt noch. “
(Quelle: Chip.de)
(Eine weitere Artikel über den gleichen FAZ Artikel findet sich auf
pcwelt.de)
Auch nach herber Kritik hält die FAZ daran fest sie sagen, dass es egal ist das der Ablauf des Spiels anders ist als beschrieben, daran das man auf Menschen schießt ändert sich dabei nicht.
Leider sind beide Artikel nicht mehr im Original online verfügbar.
Das sogenannte Experten Forum gibt es allerdings noch auf
faz.net.
Interssant desweiteren ist auch, dass immer behauptet wird, dass jeder Counter-Strike Spieler eine Waffe bedienen kann, jedoch können die meisten nicht mals mehr eine Waffe laden geschweige denn wirklich zielen, somit müssen die Gründe auch hierfür wo anders gesucht werden.
Wieso die Massenmedien jedoch immer wieder darauf zurückgreifen lässt sich nur erahnen. Ich wage zu behaupten, dass der Hauptgrund Profitgier ist. Denn genau das ist was die Leute lesen wollen denn, dass diese Spiele , die die ältere Generation der „Zeitungsleser“ , die nun mal großteils die sind die die Zeitungen abonieren, nicht kennen, so böse und an allen Schuld sind. Hätte man andere Gründe genannt, die z.B. nicht so sensationell sind, hätte das die Auflage vermutlich nicht so stark steigern können. Problem ist auch, dass die Auflage sich eventuell verringert hätte, wenn man z.B. die Fernsehfilme o.ä. angegriffen hätte, die inzwischen deutlich stärker akzeptiert sind.
Was desweiteren beim jetzigen Amoklauf vor allem gerne ignoriert wird, ist das sich der Junge in psychatrischer Behandlung befand und diese abgebrochen hatte. Der Begriff ignoriert ist hier vielleicht nicht der zu 100% korrekte, sondern man sollte lieber sagen es geht unter der Kritik an den Computerspielen unter.
Nachwort:
Im Nachhinein muss man sagen, dass die Massenmedien und vor allem die Bevölkerung sich ganz genau überlegen sollte, ob sie das hören/veröffentlichen wollen, was sie hören wollen, oder nur sehr genau recherchierte Informationen. Die reißerische Berichterstattung zum Beispiel hier zum Thema Counter-Strike muss einfach ein Ende haben, man sollte das ganze einfach mal realtistischer angehen. Selbst die BPJM hat nach langen Überlungen, in die auch Spieler mit einbezogen wurde, entschieden das Spiel ab 18 freizugeben und somit auch keine Gefährdung gesehen das jugendliche dadurch „durchdrehen“ können.
Die Aussage das alle „Killerspiele“-Spieler potentielle Amokläufer sind, was häufiger zwischen den Zeilen zu lesen ist, ist absoluter Schwachsinn, das hab ich probiert hier darzustellen.
Links: